von Sarah Sebald
Veröffentlich: 7. Mai 2022 (vor 2 Monaten )

Alles neu macht der Mai! Endlich sind wir so richtig im Frühling angekommen. Die Landschaft ist nicht mehr grau und leer, sondern grün und blühend. Der Duft der Blüten und des Frühlingsregens auf der warmen Erde ziehen umher.
Ich genieße es in dieser Zeit besonders, draußen zu sein und zu beobachten, wie so viel neu wird und wächst. Ich freue mich über aufgehende Knospen und frisches Grün.
Wie gut passt diese Freude über die auflebende Natur zur Freudenzeit nach Ostern. Neues Leben feiern, wo alles tot und verloren erschien, dazu lädt Ostern ein und was könnte das leichter machen als genau das überall um uns herum zu beobachten.
Fast ein bisschen unpassend kann es erscheinen, wenn die Natur aufblüht, egal, was in der Welt der Menschen gerade vor sich geht. Krieg, Leid und Flucht bestimmen unsere Gedanken. Unbeeindruckt verbreitet die Natur Hoffnung und Freude, Hoffnung vielleicht auch durch die Beständigkeit.
Beständigkeit und Verlässlichkeit der Vorgänge in der Natur, das hat Gott Noah nach der Sintflut versprochen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mo 8,22).
Hoffnung aus der Beständigkeit – vielleicht auch durch Erinnerungen an schöne Frühlingstage.
Manchmal braucht es eine Pause von den Problemen der Welt, in der Natur, in Erinnerungen und in der Gewissheit, dass die Freudenzeit im Frühling jedes Jahr wiederkommt.

Pfarrerin Sarah Sebald, St. Johannes/Ingolstadt